NS-Dokumentation Vogelsang

 

Vogelsang klein

Besuch der NS-Dokumentation Vogelsang, so lautete das Thema der Exkursion am vergangenen Sonntag, die 40 sehr interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei eisigen Temperaturen erleben durften.

Während der Fahrt führte die ehrenamtliche Mitarbeiterin, Monika Metzen-Wahl, die Gäste in die geographischen Gegebenheiten der Nordeifel, besonders des Nationalparks Eifel ein, zu der auch dieser Ort der Erinnerung gehört.

 

Vogelsang Fhrung kleinGegen 10.00 Uhr erreichten die Besucher den internationalen Platz im Nationalpark Eifel. Aufgeteilt in zwei Gruppen zeigten Mitarbeiter der Seelsorge Vogelsang auf einem Rundgang Passagen des 100 ha großen Geländes und informierten über die ehemalige Nutzung durch die Nationalsozialisten. Zahlreiche hier geschulte „Ordensjunker“ sind im Zweiten Weltkrieg zu Tätern und Mittätern besonders im Osten geworden.

Nach einer Mittagspause folgten die Gäste der Einladung in das Gebäude der Seelsorge Vogelsang. Der Leiter, Georg Toporowski, zeigte in einer Präsentation das menschenverachtende Wertesystem der Nazis und vollzog einen Transfer in die heutige Zeit mit Blick auf die politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten. Der Gedanke “Jeder Mensch ist wertvoll - bedingungslos“, welcher durch einen beeindruckenden Kurzfilm unterstrichen wurde.

Gegen 16.00 Uhr trat die Gruppe die Weiterfahrt nach Gemünd an, um die jüdischen Orte dieser Gemeinde zu erfahren und damit einen Bogen zum vorher Gesehenen/Erlebten zu schlagen. Geführt von Norbert Stoffers, einem sehr kompetenten Bürger dieses Ortes, konnten Gebäude ehemaliger jüdischer Bürger, die Gedenktafel für die 1938 zerstörte Synagoge, der jüdische Friedhof und auch exemplarische Stolpersteine betrachtet werden.

Gemnd jdischer FriedhofEtwas ausführlicher hat Herr Stoffers über das Schicksal einiger Familien während der Nazi-Zeit berichtet. Besonders hervorgehoben worden ist Hanna Zack-Miley, die 1938 als Siebenjährige von ihren Eltern mit einem Kindertransport nach England geschickt wurde und dadurch die Schreckenszeit überlebt hat. Heute ist sie Ehrenbürgerin von Gemünd und hat ein Buch verfasst, indem sie ihren Lebensweg beschreibt und dabei das Verzeihen-können in den Mittelpunkt stellt.

© Fotos: Klaus Wahl