08 Mai Exkursion nach Mainz
Einer Einladung des Förderkreises des Emil-Frank-Instituts zu einer Reise nach Mainz folgten am 03. Mai knapp 30 interessierte Personen. Ging die Exkursion doch in die Landeshauptstadt zum Besuch der neuen Synagoge und der Ausstellung „Shalom am Rhein“ im Landesmuseum.

Nach knapp zweistündiger Fahrt durch den wunderschön blühenden Hunsrück mit leuchtenden Rapsfeldern erreichte man die neue Synagoge, die grün strahlte. Grün, da sie von außen mit grünen Kacheln verkleidet ist, die je nach Sonneneinstrahlung in unterschiedlichen Nuancen der Farbe funkeln. Keine Kachel ist rechtwinkelig wie auch das gesamte Gebäude, welches der Architekt Manuel Herz 1999 entwarf. Seine Idee gewann die Ausschreibung und am 03. September 2010 wurde die neue Synagoge eingeweiht. Der letzte Vorgängerbau im Jugendstil wurde 1938 zerstört. Manche Mainzer wünschten einen Wiederaufbau des historischen Gebäudes, doch inzwischen fasziniert die moderne und dennoch symbolträchtige Architektur nicht nur Einheimische.
Die Synagoge beinhaltet Festsaal, Mikwe, koschere Küche, Clubraum, Kindergarten, Schulraum, Sozialdienst, Gemeindebüros, Bibliothek, Sitzungszimmer und Wohnungen. Auch im Innenraum fehlen rechte Winkel, Fenster und Türen wirken schräg und beeindrucken die Sicht. Mit hebräischen Buchstaben in grau sind die Wände gestaltet und laden zu einem langen faszinierten Schauen ein.
Der Historiker Andreas Berg wusste in seiner Führung anschaulich über die Bedeutung und die Ideen der Gestaltung zu berichten und erläuterte die Geschichte des Judentums am Rhein über die letzten 1700 Jahre ausführlich, lud zu Fragen ein und begeisterte sein Publikum.
Nach einer kurzen Mittagspause spazierte die Reisegruppe zum Landesmuseum, wo eine Mitarbeiterin des Museums eine kurze Einführung in die aktuelle Ausstellung „Shalom am Rhein“ kenntnisreich darbot. Die Ausstellung, deren Stellwände in Form eines Davidsternes aufgestellt sind, was kleine Einzelräume bedeutet, wurde dann individuell betrachtet. Sie ist sehr informativ und schildert jüdisches Leben in Rheinland-Pfalz vom Beginn vor 1700 Jahren bis heute mittels Texttafeln, Bildern und einzelnen Exponaten. Verständlich aufgebaut, ist sie dank vieler interaktiver Stationen auch für Jugendliche spannend.
Klaus Wahl, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Emil-Frank-Instituts, leitete den Ausflug kenntnisreich und empathisch, so dass eine höchst erfreute Reisegruppe nach der Rückkehr in Wittlich mit vielen neuen Erkenntnissen und Eindrücken ihren Dank an ihn und den Förderkreis aussprechen konnte.
Fotos: Klaus Wahl