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Leben und Wirken von Emil Frank

Emil Frank wurde am 11. Juli 1878 in Wittlich geboren. Er übernahm im Jahre 1912 das von seinem Vater Isaac 1870 gegründete Textilkaufhaus am Marktplatz in Wittlich, kämpfte im Ersten Weltkrieg für Deutschland und wurde 1920 Vorsteher der Synagogengemeinde Wittlich. Er war Mitglied der freiwilligen Feuerwehr und genoss in der Wittlicher Bevölkerung ein hohes Ansehen. Vom Aufruf der Nationalsozialisten zum Boykott jüdischer Geschäfte blieb auch Frank nicht verschont. 

Über die Repressalien berichtet er im Jahr 1948 an seinen Freund, den damaligen Bürgermeister Matthias Joseph Mehs:

"Ich hätte mein Haus nie verkauft, wenn die GESTAPO Regierung in Trier und das Landratsamt Wittlich mich nicht gezwungen hätten mein Haus innerhalb von 14 Tagen nur an Wendel für einen lächerlichen Preis zu verkaufen, obwohl mir von anderer Seite 25.000 RM geboten waren. Wenn Wendel nicht in der Partei und kein Nazi gewesen wäre, dann hätte er das Haus niemals bekommen. Man hat mir mit KZ gedroht und mich so mürbe gemacht, bis ich, um mein Leben zu retten, darin einwilligen mußte. Das Geld von dem Haus mußte auf ein Sperrkonto hinterlegt werden und ich habe niemals etwas davon zu sehen bekommen. Es ist der reinste Schwindel und es gäbe keine Gerechtigkeit mehr, wenn dies nicht gutgemacht würde." Jüdisches Leben in Wittlich S. 72

Dem Rassenwahn der Nationalsozialisten konnte er gerade noch durch Auswanderung entgehen. Am 21. September 1941 floh er über die iberische Halbinsel und Kuba nach Utica, USA, wo er am 21. Juni 1954 verstarb. Aus dem einst so angesehenen Geschäftsmann war ein einfacher Hausierer geworden, der in gebrochenem Englisch Schnürsenkel und Schuhbürsten an den Türen feilbot.