Gedenken an die erste Deportation am 16.10.1941  
Freitag, 16. Oktober 2020, 17:00
     

Auf dem heutigen Rindertanzplatz in Trier stand in den 1940er Jahren das Bischof-Korum-Haus. 1941 wurde es von den Nationalsozialisten beschlagnahmt. Hier wurden zwischen 1941 und 1943 Juden aus Trier und der Umgebung in Haft genommen und festgehalten - genauso im ehemaligen Gefängnis in der Windstrasse. Anschließend wurden sie zum Bahnhof eskortiert und dort in Deportationszüge verfrachtet. Mitnehmen durften sie nur etwas Handgepäck, das Ziel war ihnen unbekannt. Von über 600 Juden aus Trier und der Region -  darunter etliche Kinder - wurden die meisten an den Zielorten der Deportationszüge ermordet.

Das Mahnmal besteht aus einem bronzenen Koffer sowie einer beigefügten bronzenen Texttafel. Diese enthält einen kurzen Sachtext und ein Gedicht von Gerty Spies, der jüdischen Dichterin aus Trier. Es wurde initiiert und entworfen von Ralf Kotschka, der sich bereits in seiner erfolgreichen Wanderausstellung „Jüdisches Trier“ mit der lokalen jüdischen Geschichte auseinandergesetzt hat.

Der Oberbürgermeister Wolfram Leibe, Peter Szemere (Mitarbeiter der jüdischen Kultusgemeinde und Vorstand der Trierer Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V.) und Ralf Kotschka werden jeweils eine kurze Ansprache halten. Im Anschluss laden wir herzlich ein zu einem Gang zum Trierer Hauptbahnhof. Dort werden im Rahmen der Gedenkveranstaltung „Grenzenlos gedenken“ die Namen der Trierer Opfer des ersten Deportationszugs von Luxemburg über Trier ins Ghetto Litzmannstadt, dem heutigen Lodz am 16./17.Oktober 1941, verlesen.

 
Ort : Rindertanzplatz und Hauptbahnhof Trier