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Besondere Gäste konnte das Emil-Frank-Institut am 14. und 15. Mai in Wittlich begrüßen. Der einzige Enkel Emil Franks, Dr. Michael Cahn, hielt sich mit seiner Ehefrau Hilda erstmals in der Heimatstadt seiner Vorfahren auf.

Zurzeit auf Europareise, nahmen die Gäste die Einladung zu einem erstmaligen Besuch des Wittlicher Instituts an. Dabei konnten sie überraschende Einblicke in die Struktur der ehemaligen jüdischen Gemeinde in Wittlich gewinnen, deren langjähriger Vorsitzender Emil Frank war. Besonders beeindruckt waren sie von der architektonisch-künstlerischen Schönheit des Synagogengebäudes, das unter der Mitverantwortung von Isaak Frank, Michael Cahns Urgroßvater, erbaut worden war. Sehr emotional verliefen die Besuche im ehemaligen Wohnhaus der Familie Frank am Marktplatz und auf dem jüdischen Friedhof, wo drei Generationen der Familie Frank ihre letzte Ruhestätte fanden. Auch Emil Frank hatte dort bereits sein Grab vorgesehen, an der Seite seiner 1926 verstorbenen Frau Ida.

Jedoch musste er auf Druck der örtlichen NSDAP sein Haus aufgeben und nach Koblenz umziehen. Zusammen mit seiner Schwester Clementine gelang es ihm im September 1941, nur einen Monat vor Beginn der Deportationen, Deutschland zu verlassen. Nach einer anderthalbjährigen Odyssee über die iberische Halbinsel und Kuba erreichten sie schließlich die USA. In Utica, im Staat New York, wo Emils Tochter Else mit ihrem Ehemann Dr. Paul Cahn bereits seit 1934 lebte, fanden sie gastliche Aufnahme. Deren Sohn Michael erinnert sich noch heute dankbar an die Zeit im gemeinsam bewohnten Haus bis zum Tod des Großvaters 1954.

Zum Austausch von Erinnerungen, Fotos und Dokumenten gab es an beiden Tagen ausreichend Gelegenheit im Institut. Die Gespräche konnten bei einem Besuch im Stadthaus mit dem Ersten Beigeordneten Albert Klein und bei einer Abendveranstaltung in der ehemaligen Wittlicher Synagoge mit den zahlreich erschienen Zuhörern ungezwungen fortgesetzt werden. Bei seinem Abschied meinte der 74-jährige Michael Cahn, der sich bislang nicht hatte vorstellen können, jemals die Stadt zu besuchen, aus der seine Vorfahren vertrieben worden waren: „Ich hätte schon viel früher kommen sollen!“ Im Gästebuch des Emil-Frank-Instituts trugen seine Frau und er ein:

Wir sind sehr beeindruckt über den Zustand der Synagoge, die Erinnerungsarbeit speziell in Bezug auf Emil Frank und die weiteren Tätigkeiten des Institutes im Sinne mitmenschlicher Verständigung.