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Der Vortrag von René Richtscheid fragte nach möglichen Einflüssen jüdischen Denkens bei dem von der Mosel stammenden Klosterhumanisten Johannes Trithemius, dessen Geburtstag sich 2012 zum 550. Mal jährt. Nach kurzen einleitenden Bemerkungen - auch zu seinem Leben und Werk - listete der Referent zunächst die jüdischen Gelehrten und deren bekannte inhaltlichen Schwerpunkte im Umfeld von Johannes Trithemius' Heimat und Wirkungsstätten nach.

Beispielhaft wurde dieser Stand jüdischen Wissens dann anhand zweier Themen, die in Trithemius' eigenen Schriften immer wieder eine Rolle spielen, auf mögliche Beeinflussungen hin untersucht. Im Bereich der Bibelexegese gab es - allerdings nicht zu Ende geführte - Anknüpfungen an das Ideal der hebraica veritas. Gleich mehrfach konnten Verbindungslinien in seinem mystischen Konzept hergestellt werden, wenngleich diese sich eher indirekt nachvollziehen lassen und komplexer darstellen als von der früheren Forschung angenommen. Abschließend wurde noch auf Trithemius' Einstellung gegenüber dem Schicksal der jüdischen Gemeinden in seiner Nachbarschaft, wie sie aus den chronikalischen Werken zu erschließen sind, eingegangen.