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Auf Einladung des Emil-Frank-Instituts, des Arbeitskreises „Jüdische Gemeinde Wittlich“ und des Kulturamts der Stadt Wittlich berichtete Martin Schmitz, der letzte Auschwitz-Überlebende aus der Region, in der vollbesetzten Wittlicher Synagoge über die schrecklichsten Jahre seines Lebens und die dunkelsten Jahre Deutschlands im 20. Jahrhundert.

1921 geboren, wuchs Martin Schmitz als Sohn jüdischer Kaufleute in Traben-Trarbach auf. Nach glücklichen Kinderjahren ergriffen die Nationalsozialisten 1933 die Macht in Deutschland und änderten das Leben des inzwischen 12-Jährigen radikal. Nachdem seine Eltern ihr Geschäft in der Moselstadt und anschließend auch das von einem Holländer anvertraute in Köln aufgeben mussten, haben Vater und Sohn als Eisenbahnarbeiter gearbeitet. Martin Schmitz erwarb dort Fähigkeiten, die ihm später das Leben retteten.

1941 wurde die Familie Schmitz „in den Osten“ deportiert, wo Martin von seinen Eltern getrennt und später nach Auschwitz weiter verbracht wurde. Im KZ galt der Name „Martin Schmitz“ nicht mehr; er war fortan nur noch die Nummer 141 517, der täglich mit dem willkürlichen und grausamen Tod rechnen musste. Schmitz erzählt, wie alle in die obersten der Drei-Etagen-Betten flüchteten, wenn betrunkene SS-Leute nachts auf die Baracken schossen: "Sie haben immer unten rein geschossen." Schläge waren an der Tagesordnung: "Wenn jemand geschrien hat, dann erst recht."

Da bei Bauarbeiten in einem Außenlager Schlosser gebraucht wurden, konnte er in Arbeitskommandos unterkommen und mit knapper Not überleben. Am Kriegsende fanden ihn nach Irrfahrten und -märschen quer durch Deutschland im KZ Bergen-Belsen britische Soldaten, kaum noch 30 Kilogramm schwer. Sie päppelten ihn wieder auf und er kehrte zurück an die Mosel, wo er bis heute lebt.