Auf jüdischen Spuren durch Zeltingen

Zeltingen1Am 14. September haben sich auf Einladung der Katholischen Erwachsenenbildung Zeltingen und des Emil-Frank-Instituts Wittlich etwa 40 Personen aus dem sehenswerten Moselort sowie der näheren und weiteren Umgebung eingefunden, um die Spuren der jüdischen Bevölkerung in Augenschein zu nehmen und Informationen zu deren Leben, ihrer Flucht, der Deportation und letztlich der Ermordung zu erfahren. Hubert Kappes hat in den letzten Jahren, auf die Erkenntnisse von Hubert Gessinger aufbauend, weitere Informationen zum Leben jüdischer Familien zusammengetragen und diese in eindrucksvoller Weise während des Rundgangs präsentiert. Besonders sind die Familien Bach, Schömann und Marx erwähnt worden.

Mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten die Aussagen von Hubert Kappes belegen oder sogar in Erinnerung an Erzählungen ihrer Vorfahren erweitern.

René Richtscheid hat an den einzelnen Standorten Informationen zum jüdischen Leben, den Gebräuchen, zur Vorgeschichte und den nationalsozialistischen Vernichtungsmechanismen gegeben.

Auch heute besteht noch Kontakt zu Nachfahren Zeltinger Familien. So ist besonders erwähnenswert, dass am 8. Oktober ein Nachfahre der Familie Schömann nach Zeltingen kommen wird, um eine Bibel seiner Familie, aus der Hand von Marlene Schömann-Fink in Empfang zu nehmen.

Zeltingen2Länger verweilt haben die Gäste am Standort der ehemaligen Synagoge. Eine Gedenktafel erinnert an das Gotteshaus, welches um 1953 abgerissen wurde. Zum Abschluss ist das Gebet „Man hat meinem Gott das Haus angezündet“, aus der Feder von Bischof Klaus Hemmerle, gesprochen worden. Die anschließende Stille – Sprachlosigkeit – hat den Gesamteindruck der bemerkenswerten Führung noch verstärkt.

Fotos: Klaus Wahl